Im Jahre 2001 lernte der Vorsitzende Ludwig März den Schweizer Stefan Gurtner bei der Theatertournee von „Ojo Morado“ durch Deutschland mit seinen Ex- Straßenkindern kennen. Durch den guten Kontakt und die Überzeugung, dass Gurtner hervorragende Arbeit in Bolivien leistet, wurde sein Projekt in die Föderliste von INTI RUNA aufgenommen. Die großzügige Spende von 20.000.- € aus Arno Wenz´ Erbe war genau richtig angelegt, Gurtner´s Arbeit gezielt zu unterstützen. Dies war der Anfang einer seit 2005 bestehenden Partnerschaft zwischen INTI RUNA und Tres Soles.

Das Kinderhaus Tres Soles wurde von Stefan Gurtner gegründet, der seit 1987 in einem kirchlichen Projekt in La Paz/El Alto arbeitete. Dort war er vom Elend der Kinder so betroffen, dass er 1989 ein einfaches Haus eröffnete: Tres Soles (Drei Sonnen) – Heimat für 30-35 Kinder im Alter von 8-19 Jahren. Für völlig verwahrloste Kinder ohne Hoffnung auf Zukunft entstand ein Ort der Geborgenheit. Wegen der extremen Höhenlage von 4000 m litten viele Kinder an schweren Atemwegserkrankungen. Deshalb zog Gurtner mit dem Kinderhaus 1998 nach Quillacollo/Cochabamba (2500 m hoch) um.

Ziel des Kinderhauses ist es, das Selbstwertgefühl und das Verantwortungsbewußtsein der Kinder zu entwickeln und sie insgesamt so zu fördern, dass sie später selbstverantwortlich ihr Leben meistern. Inzwischen besuchen alle Kinder die öffentlichen Schulen, erlernen einen Beruf oder bekommen eine Starthilfe in die Selbständigkeit.
So gibt es immer wieder Platz für „neue“ Kinder. Ein Team von 5 qualifizierten bolivianischen Mitarbeiter/innen steht Gurtner zur Seite, ebenso seine engagierte Frau. Die Mitarbeit von Studenten und Studentinnen der Sozialwissenschaften in Tres Soles wird von den deutschen Fachhochschulen als Praktikum anerkannt.
Mit der Spende von Arno Wenz wurden Renovierungsarbeiten an den Gebäuden durchgeführt, ein Nachbargrundstück dazu gekauft und darauf wurden Obstbäume gepflanzt, ganz in Sinne von Wenz.
Inwischen hat Tres Soles zusätzlich ein Lehrlingsheim „Luis Espinal“, übernommen, in dem Studenten und Lehrlinge beteut werden und eine Heimat gefunden haben. Deshalb werden wir auch in Zukunft Tres Soles unterstützen, weil Stefan Gurtner unser Garant ist für zukunftsweisende und vorbildliche Sozialarbeit in Bolivien.

Wer sich stärker für das Projekt und seine Entstehung interessiert, dem seien zwei von Stefan Gurtner´s Bücher empfohlen, die sehr plastisch das Leben in den Heimen erzählen:
„Die Straßenkinder von Tres Soles“, ISBN: 978-3-936049-79-5
„Das Kinder- und Jugendprojekt Tres Soles“, ISBN: 978-3-86841-109-6

Halbjahresbericht 2017